Eine Inselrundfahrt

Eine Inselrundfahrt

Eine wunderbare Tour vom Süden bis in den Norden

Na, keine Lust mehr um am Pool rumzuhängen? Oder sich am Strand den Sonnenbrand zu intensivieren? Shoppen zu öde? Wie wäre es dann mit einer Inselrundfahrt?

Eine Inselrundfahrt
Punta Faro de Jandia

Ein Auto mieten ist auf Fuerteventura kein Problem: an fast jeder Ecke gibt es einen Vermieter. Welchen Wagen man ergattert ist völlig belanglos, denn man kommt mit jedem Fahrzeug problemlos fast überall hin.Schnell sind die Formalitäten erledigt und es kann losgehen.

Eine Inselrundfahrt
Risco del Paso

Tag 1

Wir fahren von der Costa Calma Richtung Süden. In Morro Jable gehts dann erstmal bis zum Hafen.

Hafen in Morro Jable
mit etwas Glück sieht man die Fischer ihren Tagesfang ausladen….
schaut den Rochen zu….
oder man besucht die Schildkröten Station

Nach einem Cortado in der Hafenkneipe fahren wir den Berg hoch, biegen links Richtung Cofete ab; nach einpaar hundert Meter beginnt nun die berüchtigte Piste an. Aber keine Angst: die lässt sich leicht befahren und hier darf man sowieso nur 40 km/ h fahren. Bald taucht eine Gabelung auf: rechts gehts nach Cofete, links zur Punta de Jandia. Wir fahren vorerst links und geniessen die Landschaft und das Meer.

Das Meer…..
Puerto de la Cruz

Nach einem kleinen Rundgang um den Faro de la Punta de Jandia, fahren wir zurück zu der Gabelung und halten uns links nach Cofete; es geht bergauf und wird immer enger; doch dann sind wir oben am Pass und wir werden mit einem atemberaubenden Blick belohnt. Hier kann man die schönsten Bilder knipsen, soweit man nicht vom heftigen Wind
weggeblasen wird……..

Westküste
Unter den Wolken immer noch grandios

Noch die immer enger werdende Piste meistern und dann sind wir in Cofete. In dem kleinen Kaff gibt es, ausser einer freundlichen Gaststätte nicht viel. Dafür entschädigt uns einen Spaziergang am Strand; wer Lust hat sollte bis zum El Islote wandern; doch Obacht: dieser ins Meer ragender Felsen ist weiter entfernt als man meint. Die sagenumwobene Villa Winter ist auch schnell erreicht.

In Cofete scheint die Zeit still zu stehen
Alter Friedhof in Cofete; am Strand begraben zu sein?

Tag 2

Heute fahren wir von Costa Calma nach Betancuria. Wir nehmen die FV- 605 und überqueren die engste Stelle der Insel, den Istmo de La Pared, die die beiden Küsten verbindet. Bald schon kommt der erste Ausblickspunkt: der Mirador astronòmico de Sicasumbre; hier stellen wir das Auto ab und kraxeln dem Gipfel entgegen: die Aussicht ist umwerfend. Bei klarem Wetter sieht man bis zur südlichsten Spitze der Insel, manchmal kann mann sogar Gran Cannaria erkennen. Wir fahren weiter und biegen nach wenigen Kilometer links nach Ajuy. Die alten Kalköfen und die Beladungsanlage für die Schiffe wurde noch bis in den 60 er Jahre genutzt.

Ajuy

Wer Lust und Laune hat kann noch bis zum Arco del Jurado wandern; hierzu braucht man nur oberhalb der Kalköfen den Weg an der Küste entlang zu folgen; nach 2 bis 3 Kilometer taucht am Ende eines Barranco dieses Felsentor auf.

Arco del Jurado

Weiter gehts nach Pajara, wo man die alte Kirche besuchen kann, und nach einem Cortado nehmen wir die anspruchsvolle Strecke nach Betancuria unter die Räder.

Strasse von Pajara nach Betancuria…
Links der Staudamm von Vega de Rio Palmas

Auf der ganzen Strecke, die ziemlich eng und kurvig ist, gibt es mehrere Aussichtspunkte, wo man Bilder von den herrlichen Landschaften machen kann. In Vega de Rio Palmas suchen wir das Restaurant Casa de la Naturaleza auf um dort in dem schön angelegten Garten etwas zu entspannen und einen kleinen Bissen zu uns zu nehmen.

Casa de la Naturaleza

Casa de la Naturaleza Innendetails

Allerdings kann man auch wenige hundert Meter weiter fahren und gegenüber der alten Kirche in Vega im Restaurant Don Antonio, mit seinem stillen Patio, etwas essen. Nette Bedienung und leckere Tapas inklusive.

Don Antonio Patio
Tapas

Und weiter gehts nach Betancuria; dies ist die frühere Hauptstadt der Insel und das einzige wirklich pittoreske Dorf auf Fuerteventura. Hier lässt es sich flott durch die alten Gassen bummeln und das eine oder andere, mit etwas Glück nicht in China gefertigte Souvenir kaufen.

Betancuria…
Brunnen
Hauptplatz in Betancuria

A propos kaufen: Besuchen kann man auch die Ziegenfarm oberhalb von Betancuria; hier kann man sehen wie die Ziegen gefüttert oder gemolken werden; und nach einer Beköstigung vom herrlichen Ziegenkäse kann mann diesen auch zu mehr oder weniger fairem Preis erwerben.

Alles Käse…
Ziegenarten auf Fuerteventura
Nicht nur Ziegen leben auf der Farm…

Wir fahren weiter an den 2 Königen Guise e Ayose vorbei zum Morro Velosa. Hier hat man einen 360° Blick über die gesamte Insel; im Gebäude gibt es auch eine lehrreiche Ausstellung.
Jetzt geht es abwärts nach Antigua, wo man das Museo del Queso besuchen sollte. ( siehe auch den Bericht von Christoph Günschel).Auch gibt es hier im Tal verschiedene, schöne Windmühlen. Zurück fahren wir durch kleine Weiler bis wir die Hauptstrasse nach Costa Calma erreichen.

Tag 3
Wir fahren früh am morgen Richtung Norden. Eine erste Pause machen wir in Tarajalejo, spazieren über die schöne Promenade und trinken unseren Cortado auf der einzigen Terasse gleich am Strand.

Skulptur in Tarajalejo

Gran Tarajal ist einen Umweg wert; jedoch fahren wir links nach Las Playitas, besuchen erst das alte, terassenartiges Dorf und nehmen dann die kleine Strasse zum Leuchtturm; die letzten Metern haben es in sich, also ist Vorsicht geboten. Doch die Mühe wird mit einer herrlichen Aussicht belohnt.

Las Playitas
Las Playitas
Faro de la Entallada

Weiter gehts die FV2 Richtung Hauptstadt, biegen jedoch rechts nach Pozzo Negro. Dieses kleine idyllisches Kaff ist einen Umweg wert.

Gestrandet…

Zurück auf die FV2 fahren wir rechts und nach wenigen Minuten erreichen wir die Salzfelder am Meer, Salinas del Carmen, wo man auch das Museum besichtigen kann. (siehe auch den Bericht von Christoph Günschel)

Salinas del Carmen

In Caleta de Fuste stellen wir das Auto am CC Atlantico ab und spazieren die herrliche Strandpromenade entlang bis zum Hafen; wir suchen uns ein schönes Restaurant aus, wo wir das am heutigen Tag erlebte nochmal Revue passieren lassen.

Caleta de Fuste

Tag 4

Frühzeitig machen wir uns auf dem Weg Fuerteventura’s Norden zu erkunden. Von Costa Calma an Puerto del Rosario vorbei, fahren wir erstmal nach Corralejo. Bevor wir jedoch die Ortschaft erreichen, machen wir Halt in den Dünen vom Parque Natural.

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In den Dünen von Corralejo

Corralejo eignet sich gut zum Shoppen; in der Einkaufsstraße reiht sich ein Geschäft ans andere, auch gute Eisdielen finden sich hier, die Strandpromenade ist sehr beliebt, sowohle bei Einheimischen wie auch bei Touristen und man kann Strassenmusikanten zuhören. Hervorzuheben sei noch das CC El Campanario; dieses Centro Commercial hat den Flair eines provenzialischen Dorfes und Sonntags und Donnerstag ist hier Markt angesagt.

Wir fahren über Majanicho nach Lajares, ein nettes Surferdorf, und schließlich erreichen wir, nach einem Abstecher zum Leuchtturm, El Cotillo.

Insel El Lobo
Vorgarten in Lajares
Faro del Tostōn

In El Cotillo lassen wir uns durch die engen Gassen treiben, bewundern die mitunter hohen Wellen von einer der vielen Terassen am Meer; vergessen Sie nicht den leckeren Fisch in Salzkruste zu probieren: echt lecker.

El Cotillo
Fisch in Salzkruste in El Cotillo
Haus in El Cotillo

Wir fahren weiter nach Los Molinos, einem kleinen, sehr kleinen, Fischerort. Die Wellen sind hier fast immer sehr hoch und stark, eine kleine Terasse lädt zum Verweilen…..

Los Molinos
Staudamm bei Los Molinos

Auf dem Rückweg machen wir vor der Costa Calma einen Schlenker über den Istmo de La Pared, und sehen uns hier im gleichnamigen Weiler den Sonnenuntergang an, einer der schönsten auf der ganzen Insel. Anschließend noch ein leckeres Mahl im Café Bar Plan B mit einem Stück hausgemachtem Käsekuchen……und ja: dies ist der Lieblingskuchen der Muskeltiere…..

La Pared
Sonnenuntergang in La Pared

NB: Die hier angebenen Routen können nur einen Teil der Insel beschreiben; und wenn Sie die eine oder andere Tour machen möchten: trauen Sie sich ruhig jede Abzweigung, jeden kleinen Weg, der Ihnen interessant scheint, auch zu bekunden; denn so findet man tolle Stellen die man gar nicht auf unserer schönen Insel erahnt hätte. Für etwaige Fragen dürfen Sie uns, die Muskeltiere, gerne anschreiben.

Meine erste Wanderung

Meine erste Wanderung auf Fuerteventura und wie es dazu kam

Vor ein paar Jahren sind wir nach Fuerteventura ausgewandert und irgendwann haben wir uns dort nach Landleuten umgeschaut. Ich komme aus einem kleinen Land im Herzen von Europa (und wir sind nicht all zu viele). Wenn man dann in der näheren Umgebung eben solche Landsleute findet ist das schon sehr selten. Wenn da auch noch die Chemie stimmt ist das noch seltener. Jedenfalls habe ich zufällig Aly und seine liebe Frau Josette auf FaceBook entdeckt und nach ein paar Mails haben wir uns auf einer schönen Terrasse zum näheren Kennenlernen getroffen. Alles passte perfekt und wir haben uns auf Anhieb super verstanden. Während ich dann Fotos vom Sonnenuntergang machte, entschieden meine Frau, Aly und Josette einmal gemeinsam zu wandern. Als ich wieder dazu kam, überraschten die Drei mich mit ihrer wunderbaren Idee. Bis dato hasste ich Wandern!

Gut, dachte ich, dann gehe ich halt mit wandern Aly hat mich begeistert mit seinen Erzählungen über diese Art Fuerteventura zu erkunden.

Erste Wanderung nach Cofete

Schon einpaar Tage später war es dann soweit: vom Friedhof(!!) hinter Morro Jable ging es los, zu viert sollten wir bis nach Cofete wandern und mit dem Safaribus zurück kommen. Aly wollte jedoch zu Fuß wieder nach Morro Jable zurück.

Der Weg nach Cofete war nur mässig anstrengend, die Landschaft grandios und die Aussicht vom Pass auf den langen, wilden und menschleeren Strand gigantisch. Kurz, ich war infiziert und ich hätte nie gedacht, dass ich mal freiwillig wandern würde. In Cofete, nach einer kleinen Erfrischung, hab ich mich dann entschieden mit Aly solidarisch zu sein und gemeinsam überquerten wir die Berge zurück Richtung Morro Jable, während unsere Frauen den Bus nahmen.

Erste Wanderung nach Cofete

Und später, bei einem guten Abendessen wurde unsere nächste Wanderung geplant. Die Wanderlust hatte mich gepackt!

Cofete

Cofete und die sagenumwobene Villa Winter

Cofete mit seinen Traumstränden und die sagenumwobene Villa Winter….für viele ein mystischer Ort. Cofete selbst besteht aus einer Handvoll ärmlich wirkender Hütten die von den Einheimischen aus Morro Jabel meist nur am Wochenende genutzt werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten nach Cofete zu kommen. Mit einem Mietwagen, hier ist aus versicherungstechnischen Gründen ein Geländewagen zu empfehlen. Zusätzlich beim Verleiher nachfragen ob Cofete in der Versicherung abgedeckt ist. Seit Juli 2014 gibt es  auch eine Busverbindung vom Morro Jabel nach Cofete. Der Bus ist geländegänig mit Allradantrieb ausgestattet. Die dritte Möglichkeit ist nach Cofete zu wandern. Der Weg führt über einen alten Versorgungspfad durch das Gran Valle. Wenn man den „Degollada de Cofete“ erreicht hat wird man mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt!

Durch Anklicken kannst Du die Bilder vergrößern!

Bilder oben: Aussicht bei der Ankunft mit dem Mietwagen…. inklusive einer schönen Begegnung, bzw. zu Fuß durch das Gran Valle hinter der Villa Winter!

Einer der ersten Anlaufpunkte bei der Ankunft in Cofete ist natürlich der Strand und der unterhalb vom Ort gelegene Friedhof. Die Gräber sind zwar alt, dennoch gilt es die Totenruhe zu bewahren und nicht über die Grabstätten zu laufen!

Die Bilder unten zeigen den Blick in Richtung Roque del Morro, 30 Meter ragt die Felsnadel aus den Fluten!

Eindrücke von einer Strandwanderung zur Felseninsel El Islote. Der kleine Felsen trennt die Strände von Cofete und Barlovento.

Und dann ist da noch die geheimnisvolle Villa Winter! Ihren Namen hat die Villa von ihrem Erbauer, dem 1893 geborenen deutschen Ingenieur Gustav Winter. Das 1936 errichtete Haus wurde allerdings nie fertig gestellt. Seitdem ranken etliche Geschichten um das alte Gemäuer. Die letzten Geheimnisse werden wohl nie aufgeklärt werden….und das macht die Villa zu einem so mystischen Ort.

Egal, wie man den Tag in Cofete verbracht hat…bevor es auf den Rückweg geht sollte man sich in der einzigen Bar des Ortes erfrischen. Der Fahrer eines Mietwagens sollte allerdings beachten dass auf Fuerteventura die Alkoholgrenze bei 0,0 Prozent liegt!