Der Wanderweg GR 131

Wanderweg GR 131, Fuerteventura

Eindrücke einer wunderbaren Reise über die Insel

Einmal längs durch bitte

Auf dem GR 131 über die Insel, in 8 Etappen.

Als die Inselregierung Ende 2010 den Weg vorstellte, der von Coralejo zum Punta de Jandia, also vom Norden in den Süden der Insel geht, in acht Etappen über 155 km, war ich gleich der Meinung, das muss ich machen. Das stellte sich aber als schwieriger heraus als gedacht, denn es gab nirgends ein Hinweis wo es lang geht, und Karten, wurden immer wieder versprochen, aber bis heute habe ich noch keine gesehen.

Nicht desto-trotz, machte ich mich Mitte Januar auf den Weg.

Ich habe die Etappe von Lobos , nicht gemacht, zum ersten, weil ich des öfteren auf Lobos war, und zum zweiten, weil ich nicht einsah was eine Wanderung auf Lobos mit einer Durchquerung der Insel zu tun haben sollte. Also fing ich in Coralejo an mit der …

Etappe 1: Coralejo – La Oliva über 26 km. (Sonntag)

War im Prinzip (zum Anfang) kein größeres Problem, zum eingewöhnen aber recht gut. In dieser von Vulkanen überlasteten Gegend (der Boyoyo, Hondo, Colorado, Arena), kann man an jedem Punkt eine andere Aussicht geniessen, dann das Surferdorf Lajares, einfach toll, überall nette Bistros, freundliche Leute, ein kleines Paradies. Nur der Weg nach La Oliva hatte es doch am Ende in sich, er war recht lang, es dauerte eine kleine Ewigkeit, denn die 26km zum Anfang, waren doch schwieriger als gedacht. Fazit des Tages: 26 Km, 8.5 Stunden.

Wanderweg GR 131, Fuerteventura
Etappe 1: Corralejo – La Oliva

Etappe 2: La Oliva – Tefia über 17 km. (Montag)

Von La Oliva ging es los, ohne Schwierigkeiten Richtung Tindaya. Am heiligen Berg Tindaya vorbei (kann man nur mit einer Genehmigung besteigen) quer durch das kleine Dorf, auf der linken Seite die „Wand“ vom Montana de la Muda, und ausserhalb von Tindaya an der Montana Quemada das Monument von Miguel de Unamuno. Von hier aus ging es recht flott weiter, in der Ferne konnte ich schon die ersten Häuser von Tefia sehen, aber es wurde dann doch länger als vorgesehen. Fazit des Tages: 17 km, 6.30 Stunden.

Etappe 3: Tefia – Betancuria über 17,5 km. (Dienstag)

In der Zwischenzeit hatte ich ein guten Wanderschritt gefunden, und so ging ich dann frohen Mutes den Tag an. Von Tefia Richtung Llanos de la Conception, ohne Probleme, im Grunde fast bergab. So langsam kam aber das Betancuria Massiv auf mich zu, und es bestand kein Zweifel, das ist der erste richtige Test. Und so kam es auch, es ging gleich in die vollen, bis zum Denkmal der 2 Könige auf 600m Höhe, war schon mal ein richtiger Kraftakt, aber dann runter nach Betancuria war noch schwieriger, weil der Weg in einem schlechten Zustand war, Steine und Geröll, machten den Weg nicht einfach, hatte gehofft der Abstieg wäre einfacher, war ein Irrtum. Fazit desTages: 18 km, 7.20 Stunden.

Etappe 4: Betancuria – Pajara über 19 km. (Mittwoch)

Sollte im Grund eine einfache Tour sein. Von Betancuria ging es dann gleich los, auf die erste Bergkuppe den Morro del Cortijo der aber mit über 600m recht hoch ist, und so gleich am Anfang eine Marke setzte. Nach einem längeren bergab teil ging es in den „Wald“ mit seinem Picknickplatz und weiter Richtung Vega de Rio Palma. Ein kleine verschlafenes Nest mit einer schönen Kirche mit Vorplatz. Weiter ging es dann zum Stausee Emblase de las Penitas. Der Stausee ist aber versandet, also nicht so das wahre. Und dann kam Knüppeldick, rauf zum Pico Alta auf 610m. Kein guter Weg, fasst schon Alpinenkarakter bis zur Strasse FV-30, dann ging es noch mal hoch, aber da war der Weg besser. War froh als ich oben ankam, von nun an ging es recht flott nach Toto, und weiter nach Pajara. Keine so leichte Etappe wie gedacht. Fazit des Tages 19,5 km, 7,30 Stunden. Bin müde.

Etappe 5: Pajara – La Pared über 27 km. (Donnerstag)

Dies sollte die Königsettape werden. Ich wusste dass es schwer werden würde, aber so was hatte ich nicht erwartet. Sehr schlecht gekennzeichneter Weg, teilweise gar keine Zeichen vorhanden. Dank meines GPS Gerätes wusste ich zu mindestens wo ich war, aber wohin der Weg führt, oder, ist dies überhaupt der Weg, das war oft die Frage. Über unzählige Hügel, Kuppen und Berge immer nur rauf und runter, teils normal gehen, teils klettern aber wenn man oben war, wurde man immer wieder mit wahnsinnig schönen Aussichten belohnt. Der Monte Cardon kam in Sicht, ein Glück, da brauchte ich nur drauf los zu gehen, war aber weiter entfernt als gedacht. Langsam aber sicher kam er näher, mit der Zeit wurde der Weg auch etwas besser. Dann endlich Cardon. Ich hatte wieder den Eifer vom Anfang, war auch der Meinung das schlimmste hätte ich hinter mir. Und so ging ich dann weiter Richtung Hermosas. Der Weg war wieder schlechter, und immer wieder dieses bergauf und bergab. Ja, und dann war es soweit, ich hatte Guerime erreicht, ein kleines Flecken mit etwa 25 Häuser, in der nähe von Hermosas. Ich konnte das Meer schon sehen, und ich konnte es riechen, wunderbar. Noch ein Stück auf der Strasse, dann links in den Barranco und los ging’s, im Prinzip immer nur bergab. Nach unwahrscheinlichen 25km, hatte ich Hermosas erreicht, noch 2km, und ich sah schon die ersten Häuser von La Pared. Dann endlich, mein Ettapenziel war erreicht. Ich war müde, richtig müde, aber froh. Fazit des Tages: sehr, sehr anstrengend, 26,7 km, 8,47 Stunden.

Etappe 6: La Pared – Risco del Paso 14 km. (Freitag)

Nach einer ruhigen Nacht und ausgeruht machte ich mich auf den Weg. Ich kannte diese Strecke schon, bin sie schon ein paar mal gelaufen. Und so kam es dass ich ein schwerwiegender Fehler machte, ich ging zu schnell. (Später mehr). Im Prinzip eine leichte Etappe, es geht leicht bergauf, dann ein sehr langer Weg durch die Wüste, das Istmo de La Pared. Übrigens die schmalste Stelle auf Fuerteventura, ein paar Kamele haben hier mein Weg gekreuzt. Unterwegs konnte ich links das Meer von der Ostküste sehen, und rechts das Meer von der Westküste, vor mir die Windanlage von der Costa Calma. Der Este Teil des Weges war recht steinig, nicht so gut zum gehen, dann wurde es sandig, der Sand war teilweise so tief dass er mir oben in die Schuhe rein lief, und das bringt dann mit sich, dass man recht langsam oder mühsam weiter kommt. Nach etlichen Kuppen und Täler ging dann auch über sehr alte, gelegte Strassen, wo man sich fragt, wie kommen diese hier mitten in die Wüste. Die ersten Häuser vom Barranco des Pencenescal kamen in Sicht. Hier musste ich dann zum ersten mal Pflaster anlegen. Durch meine recht schnelle Gangart und der Sand, der mir in die Schuhe lief, hatten sich Blasen gebildet, die mir zu schaffen machten. Egal, weiter ging, es war ja nicht mehr weit. Noch 1km, dann die Strasse überqueren, und noch ein1km bis ich dann erleichtert mein Tagesziel erreichte. Fazit des Tages: Ausser 3 Blasen, 14,3 km, 4,15 Stunden, alles OK.

Etappe 7: Risco del Paso – Morro Jable 13 km. (Samstag)

Da ich auch diesen Weg schon gelaufen bin, war ich recht zuversichtlich, sollte auch kein grösseres Problem werden. Meine Blasen vom Vortag waren gut versorgt, und so ging ich dann los. Ein netter Weg mit vereinzelt schwierigen Passagen, dann auch Kletterpassagen. Teilweise ging es auch am Strand entlang, aber im grossen und ganzen eine relaxe Angelegenheit. Da man dauernd am Meer entlang läuft, war auch die Hitze, die an diesem Tag herrschte, nicht so zu spüren. Recht angenehm und immer wieder schöne Fotomotive. Fazit des Tages: 13,6 Km 3,1 Stunden, kein Problem.

Etappe 8: Morro Jable – Punta de Jandia. 22 km. (Sonntag)

Es war dann der Finaltag, das Wetter war gut, und ich war auch gut drauf. Der letzte Tag eines schönen Abenteuers konnte beginnen. Von Morro Jable ging es dann los, über Strasse, wenn mann diese dann so nennen kann, denn sie ist ein besserer Feldweg, mal über Wege. Mal links, also unterhalb der Strasse, mal rechts, in diesem Fall oberhalb der Strasse, durch zahlreiche Barrancos, teilweise recht abenteuerlich, und am Strand entlang. Auf der rechten Seite hatte ich immer das recht imposante Jandia Massive im Blick, und links das Meer, was zu diesem Zeitpunkt hohe Wellen hatte. Den Faro de Jandia sah ich schon in der ferne. Hatte auch das seltene Glück dass ich Gran Canaria sehen konnte. Und so näherte ich mich langsam aber sicher meinem Endziel. Dann die kleine Siedlung Puertito, noch gut 1km. Dann war es soweit, ich hatte das Ziel erreicht, ich war am Faro de Jandia angekommen. Fazit des Tages: 21,8 km, 6,3Stunden, alles locker.

Man erwartete mich, Freunde die mich unterstützt haben, Freunde die ich kenne, und natürlich meine Frau, der ich ein ganz grosses Dankeschön sage, denn ohne Sie, hätte ich dieses nicht geschafft.

DANKE JOSETTE.

Als ich diese Zeilen schrieb, musste ich auch an eine Frau denken, der ich einfach mal so begegnet bin, in Pajara, die ist auch dieses Abenteuer angegangen. Nach einem kleinen netten Gespräch haben wir uns aus den Augen verloren. Durch Zufall, fand ich im Internet ihre Adresse, ich habe Kontakt aufgenommen, und so ist eine Freundschaft entstanden die ich nicht missen möchte.

Auch dir EVA, danke.

Fazit des Abenteuers: 8 Tage, 156,9Km, 51,32Stunden. Werde es auch mal anders rum gehen!!!!

Aly Nilles